Sprungziele

Grönsfurt

Der Ochsenweg

Der Ochsenweg war über 1000 Jahre der zentrale Landweg für die Ochsendrift zwischen Dänemark und Norddeutschland. Wahrscheinlich wurde diese Route, auch Heerweg genannt, schon in der Bronzezeit (1700- 500 v. Chr.) angelegt und führte vom heutigen Dänemark nach Süden, vorbei an den heutigen Städten Flensburg und Schleswig. Innerhalb Schleswig-Holsteins verlief die Strecke mit einer Länge von ca. 245 Kilometern von Flensburg nach Wedel. Von Schleswig ging es weiter über Sorgbrück und die Kropper Heide in Richtung Lohe-Fockbek bis zur Eider bei der Stelle Grönsfurt. Einen weiteren Eiderübergang gab es in Rendsburg. Bei Jevenstedt teilte der Weg sich in eine westliche und östliche Route, ein Zeichen für die Konkurrenz der Orte. In Uetersen kamen die Trassen wieder zusammen und führten nach Wedel. Die für das Metallhandwerk wichtigen Rohstoffe Kupfer und Zinn wurden schon in der frühesten Zeit aus Mittel-und Süddeutschland über diese Route eingeführt. Große Bedeutung erlangte der Ochsenweg im 13. bis 19. Jahrhundert als Viehdrift und Handelsstraße. Für Ritter, Landsknechte und Heere war er der „hærvej“. Auch Kaufleute, Handwerker, Fürsten und Bettler waren hier genauso unterwegs wie Pilger, die Rom, Jerusalem oder Santiago de Compostela als Ziel hatten.

Der Handel war im 16. und 17. Jh. ein zentraler Wirtschaftsfaktor mit jährlich über 50.000 Ochsen aus Dänemark in Richtung Wedel, Hamburg und niederländische Städte. Es begann mit der Aufzucht der Tiere in Dänemark, die ungefähr fünf Jahre dauerte. Nach Ende des Winters wurden die Ochsen alljährlich im März und April in südliche Gebiete getrieben und dienten so der Fleischversorgung der Menschen. Die Kriege des 17. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Herzogtümer bewirkten große Verluste an Menschenleben und einen starken Rückgang der Ochsendriften. Der alte Umfang stellte sich nie wieder ein. Neue Transportwege - mittel wie die Eisenbahn brachten den Ochsenhandel zu Lande schließlich zum Erliegen.

In Mittelholstein führte der Ochsenweg durch eine leicht gewellte Landschaft mit Feldern, Knicks, Mooren, Dörfern und Gehöften. Eine Straße war er nicht, sondern ein Bündel von Wegen und je nach Jahreszeit staubig und sandig oder morastig und unpassierbar.

Heute wird der historische Ochsenweg in seinen erhaltenen Wegestücken gern genutzt als Radfernweg. Sehr gut restauriert ist. z.B. der Abschnitt von Kropper Busch bis Lohheide als „Landschaftserlebnispfad Ochsenweg“, realisiert vom Ochsenweg e.V. Der Weg ist breiter geworden und zieht Wanderer, Radfahrer, Reiter, Nordic-Walking-Sportler an. Infotafeln und Erlebnisstationen informieren über die Historie, Naturkunde und den Naturschutz. Erlebnisstationen bieten Spiele für die gesamte Familie. Inzwischen wurden entlang der alten Strecke mehrere 3 Meter hohe Hörnerdenkmale mit gekreuzten Eichenholzhörnern und Kupferkappen eingeweiht. Sie stehen auf so genannten „Hörnerplätzen“ in Jevenstedt und nördlich des Nord-Ostsee-Kanals und symbolisieren die große Bedeutung des Weges in früherer Zeit.

Benutzte Literatur:

Karl Müller, Rendsburg. Wachstum und Wandlungen. Rendsburg 1961
Hans Schlothfeldt, Die Chronik von Fockbek. Rendsburg 1961
Internet-Quellen: Kommoot: Ochsenweg: Auf historischer Route durch Schleswig-Holstein, https:www.kommootcom
Gesellschaft für schleswig-holsteinische Geschichte: Thomas Hill: Ochsenweg/ Schleswig-Holsteins Weg nach Europa, https://Geschichte-a-h.de-von a-z-ochsen-weg

Über den Ochsenweg bis zur Grönsfurt an der Eider

Die Ochsenhaltung und der Ochsenhandel waren für Dänemark und Schleswig-Holstein vom 15.bis zum 18, Jahrhundert ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Noch heute erinnern in Fockbek die Straßennamen „Grönsfurther Weg“ und „Am Ochsenweg“ an die damalige Zeit.

Früher trieben Händler Tausende von Ochsen von Jütland kommend durch Schleswig-Holstein nach Süden. Auch Pilger und ganze Heere nahmen diesen Weg. Der Ochsenweg, im Norden Heerweg genannt, führte von Aalborg über Flensburg und Schleswig weiter in Richtung Dannewerk und von dort weiter durch die Kropper Heide in Richtung Lohe-Fockbek. Vermutlich ging der Weg dann um das heutige Dorf herum, weil man das sumpfige Moor meiden wollte, und gelangte dann zum Eiderübergang. Dies war bei der Stelle „Grönsfurt“. Natürlich sind die alten Wege in heutiger Zeit weitgehend verschwunden und von landwirtschaftlicher Nutzung und Straßen überlagert. Spuren finden sich aber für uns schnell erreichbar in der Gegend um Kropp und in Fockbek mit dem Grönsfurther Weg.

Funde aus der Steinzeit und Bronzezeit sind ein Zeichen dafür, dass der nord-südliche Handels-und Heerweg seit jeher durch das spätere Fockbek lief. Die Ursprünge des Ochsenweges liegen wahrscheinlich in der Bronzezeit. Das Land war dünn besiedelt. Zwischen Eider und Schlei war Niemandsland. Was nicht Heide, Moor oder Sumpf war, war dichter Wald. Aber der Verkehrsweg auf dem Geestrücken wurde genutzt und ihm verdankt Fockbek seine Entstehung.

Ins Blickfeld der Geschichte rückten die Grönsfurt und das Dorf im Jahr 811, als Unterhändler des Kaisers Karls des Großen und des Wikingerkönigs Hemming bei Grönsfurt an der Eider zusammenkamen und einen Vertrag über die Eider als Grenze zwischen Franken und Dänen schlossen. Ein Gedenkstein erinnert daran. Die heute an die Grönsfurt angrenzenden Gemeinden Rendsburg, Fockbek, Westerrönfeld und Schülp feierten das Jubiläum nach 1200 Jahren mit zwei großen mittelalterlichen Festen.

Auch Rendsburg lag im Mittelalter günstig am zentralen Kreuzungspunkt des Flusses und dem Ochsenweg. Aber eine Brücke über die Eider wurde in der Stadt erst um 1200 gebaut.

Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Eider von den Ochsenkarren am besten an der Furt zwischen Fockbek und Westerrönfeld durchquert werden. Fuhrwerke kamen nur auf festen Wegen durch das Land.

Die befestigte Anlage rund um die Grönsfurt mit Bäumen und Unterholz diente den Händlern auf dem Land- und Wasserweg als Umschlagplatz und den Wikinger bei Überfällen aus dem Süden als Vorposten und Frühwarnsystem für das ca. 26 Kilometer entfernte Dannewerk. Mit dem Bau des Eiderkanals im 18. Jh. verlor die Grönsfurt an Bedeutung.

www.ochsenweg.de

Fahrrad-Route

Zur Startseite

De-Mail ermöglicht eine nachweisbare und vertrauliche elektronische Kommunikation. Zudem kann sich bei De-Mail niemand hinter einer falschen Identität verstecken, denn nur Nutzer mit einer überprüften Identität können De-Mails versenden und empfangen.

Wenn Sie uns eine De-Mail an die oben angegebene Adresse senden möchten, benötigen Sie selbst eine De-Mail-Adresse, die Sie bei den staatlich zugelassenen De-Mail-Anbietern erhalten.

Informationen, Erläuterungen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Website www.de-mail.de des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Über Ihre konkreten Möglichkeiten, De-Mail für die Kommunikation mit Unternehmen und Behörden zu nutzen, informiert Sie www.de-mail.info.