Vom Armensee zum Fockbeker See
Seit ungefähr 1375 gehörte der See durch eine Schenkung des Rendsburger Ritters Man Porseveld an das „Hospital zum Heiligen Geist“, einer Einrichtung für Arme, zur Stadt an der Eider. So kam es zum „Armensee“. Was so friedlich anfing, barg aber den Kern eines Konflikts in sich. Fockbek und die StadtRendsburg gehörten zu jenem Zeitpunkt verschiedenen Ämtern an, nämlich dem Amt Flensburg und dem Amt Rendsburg. Es kam zu Streitereien um dieFischereirechte und die Nutzung von Reet für die Hausdächer.
Im Jahr 1605 spitzte sich der Ärger zu. Die Amtmänner Gerth Rantzow aus Flensburg und Hans Rantzow aus Rendsburg wandten sich per Brief an den dänischen König mit der Bitte um persönliche Schlichtung. Der König besuchte Fockbek zwar immer dann, wenn er und sein Hofstaat bei Reisen nach Altonaund Glückstadt beim Dorfvogt und bei Vollhufnern Quartier nahmen. Trotzdem kam keine Schlichtung zustande.
Erst Jahrhunderte später wurde ein Schlussstrich gezogen. Der Vorstand der Bürgerstiftung „Hospital zum Heiligen Geist“ in Rendsburg am Schloßplatz 10benötigte für die Sanierung des alten Gebäudes viel Geld. Man trat deshalb an die Gemeinde Fockbek mit der Frage zum Kauf des Armensees heran. Dem Preis in Höhe von 400.000 DM zum Ankauf der 36,33 ha großen Fläche von See und Grünland inklusive Fischerei-und Jagdpachten stimmte die Gemeindevertretung im Jahr 1981 zu. Etwas später übertrug die Gemeinde die Pacht für die Fischereigewässer an den Sportanglerverein (SAV). 1989 unterschrieben die Bürgermeister Horst Schadwinkel für Fockbek und Rolf Teucher für Rendsburg einen Grenzänderungsvertrag. So gehört der See auch hoheitlich zur Gemeinde und heißt seitdem „Fockbeker See“. Die von der Fockbeker Chaussee zum See hinführende Straße „Am Armensee“ erinnert an die frühere Zeit.